Bienvenida und der Pico del Teide auf Teneriffa.

Und das ganze Teneriffa-Abenteuer auch noch alleine, na also geht doch! Über das alleine Reisen habe ich nach dieser ganz besonderen und einzigartigen Erfahrung noch einen separaten Beitrag geschrieben, da es sich lohnt das mal alles los zu werden und auch für Menschen, die noch nie alleine gereist sind, sicherlich ermutigend ist.

Dieser Beitrag handelt aber eher von den tollen Eindrücken auf der Rundfahrt mit dem Mietwagen über die Insel und den größten Berg der Kanaren, den Teyde oder auch Pico del Teide genannt. Dieser gigantische Berg mit seinen rund 3.718 Höhenmetern habe ich schon auf dem Hinflug über den Wolken gesichtet und war fest entschlossen, dass dies mein erster Ausflug wird!

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Am ersten Abend war ich völlig übermüdet, da die Anreise doch länger war als ich dachte. Mit dem Zug von Bonn nach Düsseldorf, 2 Stunden warten und dann knappe 5 Stunden nach Teneriffa. Mein Hotel hatte ich in Puerto de la Cruz gebucht. Eine im Steilhang angelegte Ferienstadt – das würde ich beim nächsten Aufenthalt eher anders gestalten. Es gibt total viele süße Villen und Gästehäuser in den Bergen, fernab von Touristen.

Da ich einen Mietwagen hatte, habe ich aber auch diesen kleinen Fehler nicht bereut und für den Anfang war es gut, dass ich nach rund einer Stunde Transfer vom Flughafen einfach nur aufs Bett gefallen bin ohne noch den Weg suchen zu müssen.

Der erste Ausflug konnte also nach einem reichhaltigen Frühstück losgehen. Schnell den Mietwagen um die Ecke abgeholt und auf in Richtung Teyde. Serpentinenstraßen entlang fuhr ich immer höher und höher. Auf der Strecke sind Fotopunkte und Parkplätze, sodass genügend Zeit und Gelegenheit für Fotos bleibt. Das atemberaubende ist gewesen, dass die Landschaft zu Beginn bis in etwa 2.000 Höhenmetern noch total grün und die Flora gigantisch ist. Plötzlich, von jetzt auf gleich, nichts mehr außer Lavasteine. Eine Vulkanlandschaft, wie man sie erwartet, erinnerte mich ein wenig an den Mars.

Dann schlängelt man sich noch etwas weiter bis man die Talstation der Seilbahn, unterhalb des Teydes, erreicht. Diese liegt auf etwa 2.356 m Höhe. Die Auffahrt kostet 27,00€ (2018), man sollte jedoch seinen Aufstieg auf den höchsten Punkt schon frühzeitig von zu Hause planen, da die Plätze und Tickets, je nach Ferienzeit, begrenzt verfügbar sind! Nähere Informationen erhaltet ihr hier.

Die Talstation eignet sich aber auch besonders gut für schöne Fotos oder eine Wanderung quer Feld ein. Das Umfeld und die Landschaft sind super weitläufig. Auch wer gerne mit sich selbst sein möchte, findet hier sicherlich einen ruhigen Wanderpfad durch die Vulkanlandschaft.

Auf der gleichen Straße, wo ihr hergekommen seit, könnt ihr immer weiter fahren und an diversen Kreuzungen einfach abfahren. Das gleiche habe ich häufiger gemacht und wurde oft positiv von netten Tapasbars und Einheimischen überrascht. Ebenfalls findet ihr auf der Hälfte der Höhe häufig Bananenplantagen welche man tatsächlich teilweise besichtigen kann (oder gar dort übernachten).

Um von der einen auf die andere Seite des Teyde´s zu gelangen, braucht ihr in etwa gute drei Stunden, mit Foto- und Wanderpausen noch länger. Bei mir war es mittlerweile auch schon früher Nachmittag geworden, daher entschloss ich am anderen Ende wieder Richtung Hotel zu fahren. Der erste Tag schlaucht und dann diese ganzen Eindrücke, ich wollte ja schnell die tollen Fotos sehen. Es kam aber dann doch etwas anders als geplant.

Da ich mir geschworen habe die Wege ohne Navigation zu fahren, habe ich bereits das nächste Abenteuer hinter Santa Cruz, der Hauptstadt der Insel, gefunden. Wie durch Zufall war ich wieder auf Serpentinen gelandet und fuhr, ohne es zu wissen, ins Anaga Gebirge, im Norden der Insel. WOW!!! Hier war die Flora noch grüner als im Gebirge rund um den Teyde und am Ende hat es mir dann tatsächlich mal den Atem total verschlagen. Leider war es mittlerweile schon dämmerig geworden, daher plante ich mir nochmal eine Rückkehr ins Anagagebirge ein um es in aller Ruhe zu genießen.

Im Ort Taganana bin ich gelandet und fuhr noch ein Stück Richtung Küste. Wenn ihr diese Straße fahrt und dann plötzlich 10 Meter hohe Wellen an die Steilküsten klatschen seht, ja da wird einem ganz warm ums Herz. Ich musste mir also schnell einen Fleck zum Parken suchen und Fotos machen, ach nein, ich wollte ja einfach nur zuschauen und mich mal ein wenig entspannen, was ich auf den Felsen bei Las Hermanitas auch eine gute Weile machen konnte. Welche Wucht da gegen die Felsen schlägt, unfassbar beeindruckend. Auch nach der Irland-Rundreise bin ich immer noch so fasziniert davon und bekomme einfach nicht genug.

Vom Playa de Las Teresitas und der Hauptstadt Santa Cruz.

Weitere tolle Erlebnisse auf Teneriffa haben mir die nächsten Urlaubstage beschert. Mit einem Mietwagen den ganzen Tag auf der Insel unterwegs, und das lohnt sich und würde ich jedem dringend ans Herz legen. Busse fahren zwar auch, jedoch ist man so unabhängig und kann an die schönen Ecken der Insel fahren und die Natur genießen. Und davon gibt es hier wahrlich reichlich!

Fangen wir an mit unserem Tagesausflug nach Masca, einem Bergdorf im Nordwesten der Insel. Wohl eines der schönsten Dörfer, die Anreise ist jedoch etwas schwerfällig, denn die Serpentinen sind schmal und es kommen einem auch häufig Busse entgegen. Der Ausblick auf das Teno-Gebirge macht das aber alles wieder gut. Traumhaft! Ein gemütlicher Kaffee mit Ausblick auf die Schlucht von Masca lässt einen träumen und entspannen.

Für alle sportlichen ist der Abstieg durch die „Schlucht zum Meer“ ein Muss. Unten angekommen wird man nach Los Gigantes mit dem Boot zurückgebracht. Festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich. Hier geht es nämlich steil bergab und es ist schattig nass. Also auch warme Kleidung nicht vergessen.

Auf dem Rückweg von Masca sind wir dann in Los Gigantes gelandet, wo die Steilküste der Touristenmagnet ist. Leckere Tapas am Hafen dort und ein Spaziergang durch die Stadt war ein gelungener Abschluss nach so viel Natur und Eindrücken. In Los Gigantes kann man übrigens auch Whale- and Dolphinwatchingtouren unternehmen. Dies haben wir uns aber für den nächsten Tag aus Los Christianos aufgehoben.

Früh aufbrechen hieß es für eine 3-stündige Whalewatchingtour ab Los Christianos, im Südwesten der Insel. Die Tour hat 30€ gekostet und die Verpflegung war inklusive. Mit einem großen Segelschiff und nur knapp 15 Personen ging es raus auf das Meer. Die Schneise zwischen Teneriffa und La Gomera ist der Weg für viele Delfine und Wale. Wir mussten nicht lange warten, dann sprangen die schönen Tiere aus dem Meer hervor und schnappten nach Luft. Neben Delfinen und Grindwalen hatten wir auch das Glück viele Meeresschildkröten zu sehen. Die Begegnungen mit diesen Tieren ist einfach immer wieder beruhigend und erfreuend. Auf dem Schiff selbst wurde dann noch an einer Bucht vor Los Christianos angelegt um im Meer schwimmen zu gehen bevor es zurück in den Hafen ging. Ein tolles Erlebnis! Unbedingt Sonnencreme einpacken, auch wenn es windig ist, unterschätzt man die Sonne oft. Ebenso, was ich auf solchen Trips nie vergesse, sind Reisetabletten. Bevor einem die Tour durch Übelkeit vermiest wird, schmeiße ich mir lieber eine Tablette rein.

Am Nachmittag ging es dann auf dem Rückweg in den Norden noch an der kleinen Stadt Abades vorbei. Hier findet man eine Geisterstadt welche im Jahre 1943 als Leprastation gegründet wurde. Die Häuser sind verlassen und das Gelände dient jetzt einem Spielplatz für Wildcamper und Übungsgelände für Häuserkampf. Beeindruckend aber auch etwas gruselig ist das Gelände, in jedem Fall aber sehenswert! Ich habe hier so viele Bilder gemacht, da leerstehende Gebäude selten öffentlich zugänglich sind. Die sog. Lost Places sind in den meisten Fällen heutzutage abgezäunt oder sogar zugemauert, sodass der Vandalismus keine Chance hat.

In Abades könnt ihr euch aber frei durch alle Gebäude und die Kirche dort bewegen und tolle Aufnahmen mit nach Hause nehmen. Es lohnt sich!

Der vorletzte Urlaubstag führte mich in die Hauptstadt Santa Cruz und noch einmal in die Berge des Anaga Gebirges zurück. Santa Cruz hat viele Shoppingmöglichkeiten, jede Menge Parkanlagen inmitten der Großstadt, einen großen Hafen und das Auditorio de Tenerife, einer Oper mit Café und Kulturerlebnissen. Die Stadt bietet wirklich alles, was man braucht – das kannte ich von Lanzarote nicht. Hier ist eine großzügige Infrastruktur gegeben.

Unweit der Stadt findet ihr auch einen künstlich angelegten Strand, den Playa de Las Teresitas. Dieser liegt in Richtung San Andrés. Wenn man die dahintergelegene Straße in das Anaga Gebirge nimmt, gelangt man zu einem tollen Aussichtspunkt, wo man den ganzen Strand und das Gebirge von oben sehen und bestaunen kann. Ein absolutes Muss, hier habe ich mich wirklich einige Stunden aufgehalten, da der Ausblick gigantisch ist.

Den nun letzten Tag habe ich den Mietwagen noch einmal ausgenutzt und bin im Norden oberhalb von der schönen Stadt Masca zum Punta Teno Lighthouse gefahren. Serpentinen kannte ich ja nun schon, auf der Strecke hat man allerdings wirklich etwas Angst von einem Stein erschlagen zu werden. Zwar sind alle Felsen mit einem Schutz vor Steinschlag versehen, trotzdem wirkt das Gebirge wie eine mächtige Wand.

Nach knapp 15 Minuten erstrahlt er auf der Spitze der Küste, der Leuchtturm. Wunderschön, auch die Landschaft und die hohen Wellen drumherum. Ein absolutes Highlight zum guten Schluss bevor es wieder Richtung Heimat ging. Leider war es dort sehr stürmisch, sodass ich weder mit der Drohne fliegen konnte, mich noch sehr lange dort aufhalten konnte. Das hatte ich nicht geplant.

Mein Fazit von der Schönheit der Kanareninsel Teneriffa ist klar. Das sollte euch auch mein Video zeigen. Außerhalb der Ferienzeit ist Teneriffa definitiv eine Reise wert. Bucht euch lieber eine kleine Finca statt in einer Hotelhochburg zu übernachten. Verlasst die Touristenströme und geht auch durch die kleinen Gassen, es lohnt sich. Unternehmt eine Tageswanderung im Gebirge des Teydes und packt hierfür ausreichend Wasser ein. Die Kanareninseln haben alle ihren ganz persönlichen Charme, Teneriffa ist für mich bislang die schönste und vielfältigste Insel gewesen.

André Winkler 13. März 2019